Zuerst eine Aussage, die vielleicht aneckt: Nicht jedes Kind mag Halloween

Manche Kinder sind von Natur aus ängstlich. Stellst du ein Zimmer voller Skelette und falscher Spinnen auf, versteckt es sich hinter dir und traut sich nicht hinein; ziehst du ihm ein gruseliges Kostüm an, weint es so sehr, dass es nicht zum Trick-or-Treat gehen will. Halloween sollte das Fest der Kinder sein, doch es wird zum Leidenstag für das Kind

Die Lösung ist eigentlich ganz einfach —— aus gruselig wird niedlich. Genau diese Idee steckt hinter dem Halloween-Kinderessen: keine Kürbislaterne und kein Skelett, sondern alltägliches Obst und Lebensmittel, aus denen runde, lächelnde kleine Figuren gelegt werden. Kaum sieht das Kind den Teller, kommt zuerst ein Wow und dann die Frage, was das ist und ob es das essen darf

Die folgenden Figuren bestehen alle aus alltäglichen Lebensmitteln, sind nicht gruselig und schmecken gut. Kinder können sie sogar selbst zusammenstellen

Zuerst die drei Prinzipien für niedlich

Es geht nicht darum, die Figuren kompliziert zu machen, sondern die gruseligen Elemente zu ersetzen

Erstens, schön rund. Runde Dinge entspannen von Natur aus. Eckige und spitze Formen wirken böse, runde Formen sind die Grundlage für niedlich

Zweitens, Augen, und zwar lächelnde Augen. Augen sind der Schlüssel dafür, ob ein Tier oder eine Figur eine Seele hat. Zwei Augen aus Blaubeeren, Schokoladenstückchen oder Weingummi aufsetzen, leicht schief, und schon entsteht ein unschuldiges kleines Gesicht

Drittens, keine Fangzähne und kein Blut. Die häufigsten Gruselsymbole zu Halloween —— Fangzähne, Blut, spitze Klauen —— kommen alle nicht infrage. Ein Lächeln ersetzt die Fangzähne, Marmelade ersetzt das Blut. Auf dem Teller eines Kindes darf ein etwas gruseliger Name stehen, aber kein wirklich gruseliges Aussehen

Geisterbanane: die einfachste niedliche Figur

Eine reife Banane schälen und in der Mitte in zwei Stücke schneiden. Jedes Stück ist ein kleiner, weißer, rundlicher Geisterkörper

Zwei Blaubeeren oder zwei Schokoladenstückchen nehmen und als Augen auf die Stelle des Geistergesichts drücken. Für einen lebendigeren Ausdruck mit schwarzem Sesam einen kleinen Mund setzen —— ein kleiner runder Punkt oder eine geschwungene Linie

Auf dem Teller sitzt dann ein kleiner Geist, der dich anlächelt. Er ist nicht gruselig, er ist nur etwas blass. Zwei oder drei davon auf dem Teller, und das Kind lacht sofort

Mumien-Hotdog: Käse als Bandage

Hotdogs oder Mini-Hotdogs dämpfen oder braten und etwas abkühlen lassen

Eine Scheibe weichen Käse oder einen geschnittenen Käsestreifen wie eine Bandage schräg um den Hotdog wickeln und ein kleines Stück für das Gesicht frei lassen. Zwei oder drei Käsestreifen über Kreuz gewickelt sehen aus wie die Bandagen einer Mumie

Dann mit Ketchup oder Senf auf dem freien Gesicht zwei kleine Punkte als Augen setzen. Für mehr Niedlichkeit zwei runde Punkte setzen, damit es wie eine niedliche Mumie aussieht und nicht wie eine böse Mumie

Hotdogs mögen Kinder sowieso, und mit Käse umwickelt und mit Augen versehen wird daraus eine Mumie, die ich selbst gemacht habe, und Mitmachfreude und Appetit kommen zusammen

Kürbis-Orange: einfach schälen und fertig

Eine Orange mit leicht abziehbarer Schale auswählen. Schälen, in Segmente teilen oder ganz lassen und mit den Fingern vorsichtig ein paar Kürbisrippen in die Schale drücken —— einmal drücken, damit die Schale eine Rippe bildet

Dann ein kleines Stück Gurke oder einen kurzen Selleriestängel nehmen und oben in die Mandarine stecken, als Kürbisstiel. Schon ist ein Mini-Kürbis fertig

Der Vorteil dieses Looks: es muss nichts weiter verarbeitet werden, schälen, Rillen drücken, Stiel einstecken, in drei Handgriffen fertig. Und Mandarinen sind von Natur aus süß, Kinder schälen und essen sie, spielen und naschen gleichzeitig

Spinnen-Oreo: ein Spinnendessert ohne Backen

Zwei Oreo-Kekse vorsichtig auseinanderbrechen, sodass die Füllung zum Vorschein kommt

Vier Salzstangen (pretzel sticks) nehmen und auf jeder Seite zwei in die Füllung stecken, insgesamt vier Beine — oder gleich vier pro Seite, dann sind es acht Beine. Danach die andere Oreo-Hälfte wieder daraufsetzen und leicht andrücken, schon sitzen die Beine dazwischen eingeklemmt

Dann zwei Zuckeraugen (oder Schokotropfen) nehmen und mit etwas geschmolzener Schokolade oder Erdnussbutter als Kleber oben auf dem Oreo festkleben. Fertig ist eine rundliche, drollige Spinne

Diese Spinne ist überhaupt nicht gruselig — sie ist einfach ein Oreo mit Salzstangen dazwischen, höchstens ein Keks mit Beinen. Beim Basteln können Kinder ihrer Spinne sogar selbst einen Namen geben

Fledermaus-Toast: zwei Flügel genügen

Eine Scheibe Vollkornbrot mit einer Schicht Erdnussbutter bestreichen (oder mit was auch immer du magst)

Zwei Stücke Schokolade (oder zwei Flügel aus Keksen) schräg oben auf das Brot legen, wie ausgebreitete Fledermausflügel. Dann in der Mitte des Brotes mit Blaubeeren oder Schokotropfen zwei Augen setzen

Schon ist ein Fledermaus-Toast fertig. Er hat keine spitzen Zähne, keine Reißzähne, nur ein Paar Schokoladenflügel und zwei kleine Augen — die süße Art Fledermaus, die auf deinen Frühstücksteller fliegt, nicht die gruselige

Niedliche Reisbällchen: kleine Tiere auf dem Teller

Weißen Reis zu Kugeln oder kleinen Tierformen drücken — Maus, Katze, Hase, alles ist möglich. Aus Nori Augen und Mund ausschneiden, mit Karotte oder Maiskörnern Ohren und Nase formen

Oder noch einfacher: den Reis zu einer Kugel formen, zwei Augen aus Nori aufkleben und einen Streifen Käse als Schal dazulegen. Ein rundliches, lächelndes Reisbällchen-Wichtel, bei dem Kinder nichts übrig lassen wollen

Der Vorteil von Reisbällchen: Kinder kennen sie und essen sie gern, und mit einem lächelnden Gesicht wird aus dem Essen von heute ein kleiner Freund. Kinder, die sich leicht erschrecken, brauchen genau das: Vertrautes plus ein bisschen Magie

Ein paar allgemeine Tipps

Augen sind die Seele. Blaubeeren, Schokotropfen, Zuckeraugen und schwarzer Sesam sind alles brauchbare Augen-Materialien. Zwei leicht schief sitzende Augen sind viel niedlicher als zwei gerade

Aus Gruselelementen werden niedliche Elemente. Kein Skelettgesicht malen, sondern ein Lächeln; die Fledermaus braucht keine spitzen Zähne, nur Flügel; die Spinne braucht keinen pelzigen schwarzen Körper, ein Oreo reicht. Die Namen dürfen weiter Geist, Mumie oder Fledermaus heißen, das Aussehen muss niedlich sein

Lass die Kinder mitbauen. Keine dieser Figuren ist kompliziert, alles wird nur zusammengesetzt. Lass die Kinder die Augen setzen, die Verbände wickeln, die Beine einstecken, was sie selbst zusammengebaut haben, essen sie lieber als alles, was Erwachsene machen

Zum Schluss noch eins

Halloween sollte kein Fest sein, bei dem jedes Kind sich erst ein Herz fassen muss, um mitzumachen. Es kann auch ein entspanntes, fröhliches Fest sein wie "ich habe einen Teller mit niedlichen Geisterbananen"

Der Sinn dieses Kindermenüs ist nicht, Kindern beizubringen, keine Angst zu haben, sondern ihnen zu sagen: dieses Fest hat auch Spielarten, die dir gefallen. Auch Kinder, die sich leicht erschrecken, können ihren Teller mit der kleinen lächelnden Figur in der Hand halten und ganz entspannt sagen —— Halloween mag ich auch